Tarifvertrag bau a8

Andere Gewerkschaften haben erheblichen Einfluss, haben aber noch keinen repräsentativen Status auf nationaler sektorübergreifender Ebene. Sie könnten jedoch durchaus Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene oder, wenn sie die sektorale Schwelle bei den letzten Wahlen erreichen, auf sektoraler Ebene durchführen. Die Tarifverhandlungen in Frankreich wurden überwiegend auf sektoraler Ebene geführt. In der Regel werden zentrale Vereinbarungen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften auf Branchenebene geschlossen. In der Folge beantragen die Sozialpartner häufig beim Arbeitsministerium eine Verlängerung der meisten Bestimmungen des Abkommens, die in praktisch allen Fällen gewährt wird. Daher wird die Deckungsquote der Tarifverhandlungen auf über 90 % geschätzt. Die Dezentralisierung der sektoralen Verhandlungen begann Anfang der 80er Jahre (« Auroux-Gesetze »), aber der Grundsatz der Begünstigung, der es Denern verbietet, weniger günstige Rückstellungen zu treffen als Vereinbarungen auf höherer Ebene, wurde beibehalten. Dieses Prinzip wurde durch Reformen in den Jahren 2004, 2008 und 2013 verwässert. Mit der arbeitsrechtlichen Reform von 2016 ging die Dezentralisierung der Tarifverhandlungen noch einen Schritt weiter, da das Gesetz Vereinbarungen auf Unternehmensebene Vorrang vor denen auf sektoraler Ebene oder dem Gesetz selbst einräumt, wenn letzteredies vorsieht. Diese Umkehr ist bereits seit dem 1. Januar 2017 im Zusammenhang mit den Arbeitszeitgesetzen vorgesehen.

Darüber hinaus wurden in der arbeitsrechtlichen Reform von 2017 spezifische Themen (z. B. Mindestlohn) aufgeführt, bei denen sektorale Vereinbarungen weiterhin in Kraft bleiben. Es enthält auch eine begrenzte Liste von Themen, bei denen es von der Vereinbarung abhängt, ob sie Vorrang vor Vereinbarungen auf Unternehmensebene hat oder nicht. Für alle anderen Angelegenheiten gelten sektorale Vereinbarungen, wenn keine Vereinbarungen auf Unternehmensebene getroffen werden. Das bedeutet, dass für eine Vielzahl von Fragen vereinbarungen auf Unternehmensebene nun Vorrang haben. Darüber hinaus läutet die arbeitsrechtliche Reform vom August 2016 eine umfassende Reform ein, die darauf abzielt, Vereinbarungen auf Unternehmensebene Vorrang vor Vereinbarungen auf sektoraler Ebene oder dem Gesetz selbst zu gewähren, wenn letzteredies vorsieht. Diese Umkehr ist bereits im Gesetzentwurf versuchsweise im Zusammenhang mit der Arbeitszeitgesetzgebung vorgesehen.

Damit wird eine Dezentralisierung der Tarifverhandlungen herbeiführen. Carlier, A. and Naboulet, A. (2009), Négociations collectives et gréves dans les entreprises du secteur marchand en 2007 , Premiéres Synth`ses Information No. 18.2, Direction de l`Animation de la Recherche, des études et des Statistiques (DARES), Paris. Die 2008 verabschiedeten neuen Rechtsvorschriften über Tarifverhandlungen ermöglichen es, dass Betriebsvereinbarungen vom Grundsatz der Begünstigung abweichen, schließt jedoch ausdrücklich die auf sektoralen Ebenen ausgehandelten Mindestlöhne aus. Jüngste Änderungen haben die Möglichkeit für Unternehmensvereinbarungen eingeführt, im Gegenzug für die Arbeitsplatzsicherheit ein weniger günstiges Lohnniveau zu schaffen, wenn das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist.

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